1. September 2010
Manches Mal betrachten wir Deutschen die Russen ja ziemlich neidisch. Diese Russen können feiern, trinken und haben dabei auch noch einfach unverschämt gute Laune. Russische Autoren stehen bei uns spätestens seit dem Aufkommen des Kommunismus hoch im Kurs. Doch auch nach der Beendigung dieser vom historischen Materialismus anders vorhergesagten Ära und dem Zerfall der Sowjetunion war unser Interesse an russischer Kultur und russischen Autoren ungebrochen. Sehr schön ist es, wenn wir dabei auf Russen treffen, die hier in Deutschland wohnen und uns erzählen, dass sie sich bei uns sehr wohl fühlen, da sie die Art der Deutschen im Allgemeinen und auch im Besonderen sehr mögen.
Wladimir Kaminer der – kaum sprach sich rum, dass die Zeiten des real existierenden Sozialismus nun auch in Moskau tatsächlich vorüber und damit Geschichte sind – sich nach Berlin aufmachte, erkannte die Liebe der Deutschen zu den Russen und machte es sich zur Aufgabe, den Deutschen das russische Wesen in zahlreichen Glossen, Kolumnen und Büchern näher zu bringen. Dabei unterlässt es dieser vielseitige Autor natürlich nicht, seinem deutschen Publikum öfter Mal einen russischen Bären aufzubinden. Aber genau danach verlangen wir ja auch insgeheim. Den Rest dieses Beitrags lesen »
Nik |
flüssig |
25. August 2010
In der letzten Woche haben wir an dieser Stelle einige Überlegungen zum Kochen als kulturellen Motor der Menschheit angestellt. Selbstredend kann man das Wissen um die Hilfe des Feuers als einen entscheidenden evolutionären Vorteil des Menschen ansehen. Doch wie stand es um das Eis?
Erst die Erfindung durch Carl von Linde in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ermöglichte eine gleichmäßige Kühlung und war der Beginn der menschlichen Unabhängigkeit von Natureis zu Kühlungszwecken. Bis dahin – also Evolutionsgeschichtlich etwa heute morgen – gab es für die Menschen keine anderen Möglichkeiten zu Kühlen als in Formen mit Natureis, oder in speziellen Kühlkammern, die in den Boden oder einen Berg eingegraben waren, um hier – ähnlich dem Verfahren eines Kühlschranks – Lebensmittel über längere Zeit kühl zu halten.
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Nik |
fest, flüssig |
18. August 2010
Als ich vor zwei Jahren auf der Frankfurter Buchmesse einen Vortrag hielt, stellte ich die These auf, dass biologisch gesehen das Leben mit dem Wasser beginnt, kulturell jedoch mit dem Feuer. Denn erst durch das Feuer, konnten Lebensmittel, die bis dahin für den Menschen ungenießbar waren, verdaulich zubereitet werden. Auch wurde die Menschheit in die Lage versetzt, eine differenzierte Sprache zu auszubilden, da sich der Kauapperat zugunsten des Sprechapparates verkleinerte. „Das Kochen“ so meine These mit Blick auf die Entwicklung der Sprache durch das Kochen und in Hinsicht auf die kulturelle Entwicklung der Sprache, „ist der Grund des Buches.“
Nun erhält diese These ausgerechnet von einem Biologen fundamentale Unterstützung. Richard Wrangham hat ein spannendes und ein sehr folgenreiches Buch geschrieben, wenn man überlegt, was seine Thesen für die menschliche Evolutionsgeschichte bedeuten. Denn er weist nach, dass die Menschen nur deshalb gegenüber anderen Primaten in der Evolutionsgeschichte überlegen sein konnten, da sie lernten, ihre Nahrung mit Hilfe des Feuers verdaulich zuzubereiten.
Wrangham, Professor für biologische Anthropologie in Harvard spürt die Wurzel seiner These in den Schriften Darwins auf, denn dieser verweist schon - beinahe wie unbewusst - auf den Zusammenhang von Kochen und Sprechen, wenn er diese Errungenschaften in einem Atemzug als die zentralen der Menschheit nennt.
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Nik |
fest |
11. August 2010
„Älter werde ich später“ lautet der Titel eines Ihrer Bücher, der sicherlich auch programmatisch für Ihr bisheriges Leben steht. Und tatsächlich: wenn man in den 70er Jahren sah, wie Iris Berben in „Zwei himmlische Töchter“ diese Chantal so lasziv interpretierte wie es die Gimmik- und Moralvorstellungen des Senders gerade noch zuließen, hätte man meinen können, dass sie als Besitzerin dieser altersschwachen Ju52, nach dem Motto „Älter werde ich nie“ leben und arbeiten würde.
Man sollte sich einmal die Zeit nehmen und nachdenken: Die Frau, die dem Fernsehpublikum vor allem durch die Serie Sketchup mit Dieter Krebs bekannt wurde, stand 1968 in Detektive zum 1. Mal vor der Kamera und hat bis heute in mehr als 50 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera gestanden. Dazu spielt sie seit 1994 die Hauptperson Rosa Roth in der gleichnamigen Krimiserie des ZDF. Den Rest dieses Beitrags lesen »
Nik |
flimmernd |